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Stellungnahme der LEiS-NRW e.V. zur medialen Instrumentalisierung eines Klassenkonflikts in Kleve
LEiS-NRW e.V. kritisiert die zunehmende Tendenz, schulische Alltagssituationen aus ihrem pädagogischen Kontext zu lösen und medial zu politischen Konfliktbildern zu überhöhen. Anlass ist die jüngste Berichterstattung über einen Streit unter Fünftklässlern an einer unserer Mitgliedschulen in Kleve im Zusammenhang mit dem Fastenmonat Ramadan.
Der Konflikt unter Kindern wird von der Schule pädagogisch aufgearbeitet – ein Vorgehen, das zum professionellen Alltag von Schulen gehört. Dennoch wurde der Vorfall innerhalb kürzester Zeit zu einem migrations- und religionspolitischen Symbolfall stilisiert. Maßgeblich befeuert wurde diese Dynamik durch die Darstellung einer Boulevardzeitung sowie durch deren schnelle Verbreitung über soziale Medien. Aus Sicht der LEiS-NRW zeigt der Vorgang beispielhaft, wie schnell aus einem pädagogisch bearbeiteten Klassenkonflikt eine gesellschaftspolitische Empörungsdebatte konstruiert werden kann – mit erheblichen Folgen für die betroffene Schulgemeinschaft.
"Was hier passiert ist, ist ein klassisches Beispiel für mediale Eskalation: Ein Streit unter Kindern wird zum politischen Kampfthema aufgeblasen. Dabei wird nicht nur der Sachverhalt verzerrt – es wird auch der Ruf einer Schule beschädigt, die pädagogisch verantwortungsvoll handelt“, erklärt Harald A. Amelang, Vorsitzender der LEiS-NRW e.V.
Die Landeselternschaft warnt davor, schulische Einzelfälle zum Projektionsraum gesellschaftlicher Polarisierung zu machen. Schulen sind Orte des Lernens und des sozialen Miteinanders – und damit auch Orte, an denen Konflikte entstehen und pädagogisch bearbeitet werden müssen.
„Schulen brauchen Unterstützung in ihrer Arbeit – keine Schlagzeilen, die sie nachträglich zum Schauplatz politischer Symboldebatten machen. Wer pädagogische Alltagssituationen zum Kulturkampf erklärt, beschädigt Vertrauen statt Lösungen zu schaffen“, so Amelang weiter.
Die LEiS-NRW e.V. mahnt daher zu einer verantwortungsvollen und differenzierten Berichterstattung über Schule. Gerade in einer pluralen Gesellschaft sei es Aufgabe von Schule, Kindern den respektvollen Umgang mit unterschiedlichen religiösen und kulturellen Hintergründen zu vermitteln.
Die Landeselternschaft stellt sich solidarisch an die Seite der betroffene Schulgemeinschaft und fordert, die pädagogische Arbeit der Schulen nicht durch mediale Dramatisierung zu diskreditieren. Schule darf nicht zum Schauplatz politischer Inszenierungen werden – sie ist der Ort, an dem junge Menschen lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen und miteinander zu leben.
Harald A. Amelang
Team Vorstand
LEiS-NRW e.V.
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